Homepage Sendbote des hl. Antonius Die Basilika des hl. Antonius

Januar 2008
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n. 1


Das Caritas-Projekt zum 14. Juni
Die Basilika des hl. Antonius
Antonianische Caritas
Casa del Pellegrino

Glauben aktuell

Kinder für Kinder

Sternsinger für die eine Welt

Von Johanna Hummel

Die Heiligen Drei König’ mit ihrigem Stern, die kommen gegangen, ihr Frauen und Herren." So oder so ähnlich schallt es uns rund um den 6. Januar wieder aus Kindermündern entgegen. Die Sternsinger sind zum 50. Mal unterwegs. Inzwischen ist das Dreikönigssingen zur größten Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder gewachsen, an der sich jährlich etwa 500.000 Jungen und Mädchen beteiligen. Verkleidet als die drei Weisen aus dem Morgenland in Begleitung eines Sternenträges ziehen sie durch die Straßen ihrer Gemeinden und sammeln für Altersgenossen am anderen Ende der Welt.

Drei Weise und ein Stern. „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem und fragten: Wo ist der neugeborene König der Juden?" (Mt 2,1-2). Drei Könige machten sich auf den Weg, um den Erlöser der Welt zu treffen. Sie fanden ein Kind in einem Stall, knieten vor ihm nieder und brachten ihm Geschenke. Unsere kleinen Könige tragen Pappkronen, über die winterfeste Kleidung haben sie Roben gezogen und glänzende Umhänge geschnürt. Eine kleine Gesangsprobe, eine kurze Textkontrolle, dann stapfen auch sie los. Im Gegensatz zu ihren historischen Namensgebern, sucht keiner das Jesuskind. Sie sind vielmehr in seinem Sinne unterwegs. „Ihr seid Botschafter der Nächstenliebe und des Friedens" (Angela Merkel 2007). Mit Freude und Ausdauer bringen sie den Segen Gottes in die Häuser: 20*C+M+B*08 (Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus) wird mit Kreide an den Türstock der Wohnungen geschrieben, die sich den kleinen Helfern öffnen. Mit ihrer Botschaft klopfen sie nicht nur an Deutschlands Türen, sondern an die Herzen der Bewohner. Wie der heilige Franziskus spüren die Kinder: Betteln ist keine Schande. „Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen" (Mt 2,9). Die Weisen aus ganz Deutschland bringen ihren auf eine Latte gesteckten, goldenen Pappstern gleich mit. Ihr selbstloser Einsatz gilt dem Glauben an eine schönere Zukunft. „Die Sternsinger sind ein gutes Beispiel für das, was möglich ist. Nicht nur weil sie als Kinder den in Not lebenden Kindern in anderen Weltgegenden helfen. Sondern auch, weil sie uns Erwachsene daran erinnern, dass Solidarität ein unverzichtbarer Schlüssel für den Frieden in unserer zerrissenen Welt ist" (Kardinal Karl Lehmann, Oktober 2004). Das Wissen, Gutes zu tun, reicht den Kindern aus.

Eine bessere Zukunft. Und dieses Gute vollbringen sie gemeinschaftlich, in Freude und Schmerzen. Denn in wenigen Tagen überwinden die kleinen Könige mehrere Kilometer, bei Regen und Schnee. Aber ein richtiger Sternsinger lässt sich von Fußschmerzen und Frost nicht aufhalten. Durchschnittlich 3.000 Projekte auf allen Kontinenten, die Kindern die Chance auf eine bessere Zukunft ermöglichen, verdanken ihre Verwirklichung dieser Ausdauer. Einen besonderen Stellenwert haben Bildungsprojekte, die nachhaltig zum Abbau ungerechter Strukturen beitragen.

Der königliche Besuch klopft an alle Türen. Konfessionen spielen keine Rolle. An manchen Häusern werden die Gäste hereingebeten und dürfen ihre Lieder, Sprüchlein und Bitten im Warmen vortragen. Anderswo harren sie zwischen Tür und Angel geduldig aus, bis die Hausbewohner, aus ihrer alltäglichen Ruhe geweckt, entschieden haben, wie der unerwartete Besuch zu entlohnen sei. Die Freude über das schon Gesammelte lässt verschlossene Pforten schnell vergessen. Sternsingen bedeutet auch, sich in Demut üben.

Gewachsene Solidarität. In Bayern zählt das Dreikönigssingen zum festen Brauchtum, anderenorts stoßen die Sternsinger noch hin und wieder auf verwunderte Gesichter. Doch auch in den Neuen Bundesländern haben Gemeinden den Brauch aufgenommen. Am Ende eines jeden Tages finden die einzelnen Gruppen endlich im jeweiligen Pfarrzentrum zusammen. Jetzt wird das Geld gezählt. „Wenn die Büchse nicht klappert, dann ist es viel, denn Scheine klappern nicht." Die fleißigen Arbeiter teilen geschwisterlich ihren süßen Lohn: Schokolade, Gummibärchen und weihnachtliche Überreste. Die eigentliche Summe der Spenden ist den Kindern meist egal. Noch haben sie nicht gelernt, den Wert einer Sache in Geld zu bemessen. Aufgeregt wird über das Erlebte berichtet. Über die alte Dame, die jedes Jahr schon mit Pralinen bereit steht, über lustige Versprecher und sonstige Tücken des Tages.

Aus den kleinen Anfängen von 1959 ist eine riesige Aktion gewachsen. Rund 436 Millionen Euro wurden in den vergangen 50 Jahren zusammengetragen, allein im letzten Jahr waren es etwa 38,8 Millionen Euro. Träger sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger" und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Das Jubiläums-Motto „Sternsinger für die eine Welt" macht deutlich, dass die gesammelten Spenden 2009 Kindern in den Schwellen- und Entwicklungsländern unterstützen. Damit steht das weltweite Wirken des Dreikönigssingens im Mittelpunkt. Die wichtigsten Träger der Aktion aber sind die Kinder. Ihre bundesweite Aussendung wird am 2. Januar im Dom zu Speyer gefeiert. Traditionell fällt in diese Woche auch die Einladung der Sternsinger-Abordnungen ins Bundeskanzleramt durch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Bundespräsident Horst Köhler bittet am Dreikönigsfest ins Schloss Bellevue.

Unter www.sternsinger.org findet man ihre Projekte. „Sternsinger helfen Gräben zu überwinden und machen deutlich, was Kinder überall auf der Welt bewegen können." Helfen Sie, damit diese Kinder helfen können!





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