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Juni 2012
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n. 6


Das Caritas-Projekt zum 14. Juni
Die Basilika des hl. Antonius
Antonianische Caritas
Casa del Pellegrino

Spiritualität

Eucharistischer Weltkongress

Das Sakrament des Altares neu entdecken

Von P. Josef Fischer OFM Conv.

Minoritenpater Pablo Scaratti bei der Eucharistiefeier am 14. Februar 2004 auf dem Monte Gilberto in Chile. Foto: Archiv MSAVon der großen Öffentlichkeit unbeachtet hat am 14. März 2012 Papst Benedikt XVI. im Vatikan eine wichtige Festwoche eingeläutet. Mit eigener Hand schlug er symbolisch eine kleine Glocke an zum Auftakt des Eucharistischen Weltkongresses, der vom 10.-17. Juni in Dublin stattfinden wird. Am St. Patrick´s Day, drei Tage später, läuteten auf der „Grünen Insel“ überall die Glocken als unüberhörbare Einladung zur Mitfeier. Bereits 1932 war die irische Kirche Gastgeber dieses geistlichen Ereignisses. 80 Jahre später heißt das Thema: „Die Eucharistie – Gemeinschaft mit Christus und untereinander“.

Das Antoniusfest fällt in die Mitte dieser eucharistischen Intensivzeit. Im Geist unseres Santo, dem man die bekannte Geschichte von einem Esel zuschreibt, der vor der heiligsten Eucharistie in die Knie ging, wollen folgende Gedanken eine Einstimmung sein. Viele von uns werden zwar nur über Bildschirm und Radio, nicht vor Ort an den Festtagen teilnehmen können. Die Freude an diesem einzigartigen Geschenk der Liebe Gottes zu uns Menschen möge uns jedoch weltweit neu erfüllen.

ZUM ZANKAPFEL GEWORDEN
Vorausschicken will ich ein zweifaches, ausführlicheres Plädoyer: zum einen für ein aus dem Gebet heraus geführtes Ringen um das Geheimnis der Eucharistie gegen die Rechthaberei, zum anderen für einen klareren Schutzraum, den das Altarssakrament braucht. Leider ist das heilswirksame Zeichen der Einheit, das Jesus Christus im Angesicht seines bitteren Kreuzestodes als Ort der urpersönlichen Sammlung und Eintracht gestiftet hat, zum Zankapfel der christlichen Konfessionen geworden.
Die Messfeier ist hintergründig durch Anfragen aus der österreichischen Pfarrer-Initiative auch innerkatholisch in die Kontroverse geraten. Einige fürchten die Auflösung des Kernes, die unblutige Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers Jesu; andere haben massive Bedenken im Blick auf das Sühnemotiv im Geheimnis des Erlösungswerks Christi. Praktisch wird um die Bedeutung der sonntäglichen Eucharistiefeier und/oder der Wortgottesdienste mit/ohne Kommunionausteilung gestritten.

EHRFURCHT UND DISKRETION
Wie steht es um die Zugänge zum Gipfel und Höhepunkt christlichen Lebens? Wie wird zur fruchtbaren Mitfeier der heiligen Messe hingeführt? Ich plädiere zum anderen für eine „Keuschheit“ in religiösen Vollzügen. Fotos beim persönlichen Kommunionempfang halte ich für deplatziert und eine Verletzung von geistlich intimen Ausdrucksformen. Die eigene Betroffenheit will ich hier nicht verhehlen. Wie würde es Ihnen gehen, wenn am Tag nach der Primiz das Bild Ihres eigenen Vaters beim Empfang der Mundkommunion in der Presse erscheint? Ist es nicht grenzwertig, wenn wir täglich – bei aller Notwendigkeit einer aktuellen Berichterstattung – sehen können, wer am Grab des heiligen Franziskus in Assisi umhergeht oder betet? Zugegeben: nur schemenhaft und nicht frontal! Das Heilige braucht Diskretion und Schutzraum.
Das kindliche Vertrauen in die Gegenwart Christi bei der Mitfeier, dem Empfang und der Anbetung der Eucharistie ist kein Widerspruch zur Ehrfurcht: „Wie sollt´ ich DICH empfangen?“ Bei der Schlussmesse in Dublin am 17. Juni darf das „Ave verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart nicht fehlen, es ist tatsächlich so auch als Danksagung vorgesehen. Mit welchen Liedern und Melodien werden wir junge Menschen heute zur Gemeinschaft mit dem eucharistischen Herrn bewegen?

IM WORT UND SAKRAMENT
Ein franziskanisches Verständnis von Vollzügen des Glaubens ist ohne Rückgriff auf die Theologie des Kirchenlehrers Augustinus nicht zu gewinnen. Deshalb soll ein Wort dieses großen Denkers und Beters mit menschlich so sympathisch bewegter Lebensgeschichte einen vertieften Zugang zum wolkenverhangenen Gipfel der Eucharistie bilden. „Seid, was ihr empfangt – Leib Christi!“ Das Ziel muss es sein, von der Gesinnung des Heilandes tiefer durchdrungen zu werden bei der heiligen Messe, wo uns im Sinn des II. Vatikanums zweifach der Tisch gedeckt wird: durch das Wort Gottes und das Brot des Lebens.

UMARMT, NICHT ERDRÜCKT
Wir sind Christi Leib, wenn wir seine Umarmung zulassen. Immer, wenn wir das Herrenmahl feiern (wir brauchen so viele Bezeichnungen für das Geheimnis der göttlichen Liebe, weil sie unausschöpflich ist!), kommen wir in den Hoheitsbereich Jesu Christi. Er sammelt uns kleine Leute, er erdrückt uns nicht. Er zieht verschiedenste Menschen an sich: unterschiedlich in Temperament und Frömmigkeit, Generation und Konfession… wie ER uns erschaffen hat und Augenblick für Augenblick im Leben erhält, wie immer wir durch schuldhafte Entwicklungen und persönliches Versagen geworden sind. Wir sind hineingenommen in sein Lebenshaus, leibhaftig und warmherzig.
Die Mitarbeiter Jesu Christi damals und heute dürfen einander die Plätze an dem einen Tisch gönnen, wir haben sie letztendlich nicht zu vergeben. Ein göttlicher Rettungsschirm der Gemeinschaft mit Gott und den Menschen wird aufgespannt – von IHM her. Entscheidend ist der Herr der Feier, ihm gilt die vollste Konzentration. Bei den Schwarzenberger Passionsspielen – das nächste ist für den Sommer 2014 vorgesehen – heißt die Regieanweisung beim Letzten Abendmahl: absolute Aufmerksamkeit auf die Hände und die Worte des Jesusdarstellers.
Lassen wir uns von neuem zur Gemeinschaft mit Christus und untereinander anstiften!



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