Hilfe für Schulkinder in Montevideo

26. Januar 2026 | von

Das Caritas-Projekt, das die Redaktion unseren Leserinnen und Lesern in dieser Ausgabe vorstellt, führt uns nach Montevideo in Uruguay. 

Uruguay ist nach Suriname der zweitkleinste Staat Südamerikas. Mit etwa 176.000 Quadratkilometern Fläche ist es etwa halb so groß wie Deutschland. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 3,5 Millionen. 
Mit der Ankunft europäischer Siedler im 16./17. Jahrhundert verbreiteten sich die von den Spaniern eingeführten Pferde und Rinder auf den weitläufigen Graslandschaften und bildeten große Herden, die später eine wichtige Grundlage für den wirtschaftlichen Wohlstand des Landes wurden. Heute zählt Uruguay zu den stabilsten, wohlhabendsten und Staaten Lateinamerikas und gilt als demokratisch gefestigt. In den letzten Jahren wurden dabei erhebliche Fortschritte in der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung erzielt.

Kirche am Rand
Seit 100 Jahren herrscht in Uruguay eine strikte Trennung zwischen Staat und Kirche. Was das konkret bedeutet, bringt der Religionssoziologe Nestor da Costa so auf den Punkt: „Der Dreikönigstag heißt in Uruguay Kindertag. Die Osterwoche ist die Tourismuswoche, und Weihnachten gibt‘s nicht, das ist der Tag der Familie.“ Das wichtigste Fest des Jahres ist die „Nostalgie-Nacht“ am 24. August, einen Tag vor dem Nationalfeiertag, aber ohne jeglichen religiösen Bezug. Die römisch-katholische Kirche hat entsprechend relativ wenig Einfluss in der Gesellschaft, anders als in vielen südamerikanischen Ländern. Eine Umfrage von 2023 gibt an, dass sich 47 Prozent der Uruguayer keiner Religion zugehörig fühlen, 36 Prozent bezeichnen sich als römisch-katholisch. 

Einsatz für Schulkinder
Die Vorsehungsschwestern, 1837 von Aloisius Scrosoppi in Italien gegründet, sind seit 1929 in Montevideo, Uruguays Hauptstadt, tätig. Sie wenden sich zu Jahresbeginn 2025 mit der Bitte um Unterstützung nach Padua. Bei der Caritas Antoniana sind Sr. Sara und Sr. Rosana bereits bekannt, denn schon 2019 hat das Paduaner Hilfswerk den Schwestern unter die Arme gegriffen und einen multifunktionalen Sportplatz finanziert und für eine Aufwertung der Außenanlagen der von den Schwestern geleiteten Grundschule gesorgt. Deren Hauptproblem sind immer noch die Schäden, die aus einer Überschwemmung im Jahr 1958 resultieren. Jahrzehntelang hat man sich „durchgemogelt“, immer wieder notdürftig repariert, doch nun stehen größere Erneuerungen an Elektro- und Wasserleitungen an; außerdem sollen Türen und Fenster gestrichen und repariert werden. Weil täglich 200 Kinder im Alter von sechs bis 14 Jahren hier betreut werden und gute Bildung bekommen, passt das Projekt ins Profil der Caritas und es werden insgesamt 42.000 Euro für verschiedene Verbesserungen auf dem Schulgelände bewilligt. 

Notwendige Verbesserungen
Schon nach wenigen Wochen berichtet Sr. Sara von ersten umgesetzten Maßnahmen: Elektroleitungen wurden ausgetauscht und Schutzvorrichtungen wie Fehlerstromschutzschalter, Thermoschalter, Erdungsleiter eingebaut. Räume wurden mit neuer LED-Beleuchtung versehen; außerdem wurden auch an den Außenanlagen einige Lampen angebracht, um sich nachts sicherer fühlen zu können. Sr. Sara ist zufrieden: „Mit dem Abschluss dieser Arbeiten verfügt die Schule nun über eine komplett renovierte Elektroanlage, die den festgelegten Sicherheits- und Effizienzstandards entspricht.“ In der nächsten Bauphase wurde schließlich das „Colegio Rosa Mística“ teilweise von außen gedämmt, ein Dach wurde erneuert, mit Gipsplatten wurden Wände und Decken verkleidet und eben Türen und Fenster ausgetauscht. Natürlich gab es auch hier die eine oder andere Schwierigkeit: Wegen Regen mussten die Arbeiten mehrfach unterbrochen werden, dann waren Arbeiter krank, und außerdem hatte man entschieden, während der Schulzeit am Morgen nicht zu arbeiten, um den Unterricht nicht zu beeinträchtigen. So traten die Handwerker immer erst nachmittags ihren Dienst an und nutzten die Samstage, um trotzdem einigermaßen zügig voranzukommen. Sr. Rosana musste dann zwischenzeitlich aus dem Projekt aussteigen: Gesundheitliche Probleme mit den Augen machten das notwendig. Sr. Ivoneti wurde von der Gemeinschaft daraufhin der Schule neu zugeordnet. Nun trägt sie gemeinsam mit Sr. Rosa das Projekt. Letztere schickt dann schließlich am 3. Oktober 2025 ihren Abschlussbericht samt Fotos nach Padua – und hält dankbar fest: „Wir sind für euch da, wenn ihr etwas braucht, und beten für all das Gute, das ihr tut!“

Zuletzt aktualisiert: 26. Januar 2026
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