Liebe Freunde

29. September 2009 | von

Seit meinen ersten Kontakten mit dem „Sendboten" hat mich die Frage beschäftigt, wie die beiden großen Heiligen Franziskus und Antonius zueinander passen. Konkret: Wie intensiv feiern die Franziskaner-Minoriten, die an der Basilika des heiligen Antonius in Padua tätig sind, das Hochfest ihres Ordensvaters Franziskus? Fühlen sie sich dabei innerlich hin und her gerissen, zumindest ein wenig? Oder müssen sie gar, sozusagen von Amts wegen, den einen mehr lieben und schätzen als den anderen?

Antonius selber hat durch seine Lebensentscheidung die Frage beantwortet, wer den Ton angibt und die Richtung weist. Denn er, der gut ausgebildete Augustiner-Chorherr, wechselte in die noch keineswegs stabile Brudergemeinschaft des bescheidenen Poverello von Assisi. Er hatte entdeckt, dass dort das Evangelium ohne Umschweife, ohne eigenwillige Ausdeutungen, eben sine glossa gelebt wurde. Fortan betrachtete Antonius das Evange-

lium neu – durch die ungetrübte Brille des Franziskus. Wie sehr Antonius die Geisteshaltung des Franziskus verinnerlicht hat, zeigt ein Satz aus den Sermones in diesem Heft: „Wer in dieser Welt wie ein Fremder das Pilgerkleid der Armut trägt, den wird der Glaube an Jesus Christus, der selbst arm und fremd auf Erden war, heilen und zum Himmel führen."

Nicht nur der jugendliche Antonius war von Franziskus fasziniert und hat sich von ihm anstecken lassen. Das umbrische Städtchen Assisi wirkt nach wie vor als Magnet auf junge Menschen, die nicht sinnlos dahinleben wollen. Neben der jährlichen nationalen Wallfahrt der jungen Italiener gibt es auch die internationale Einladung „Giovani verso Assisi". Bruder Andreas Murk, der am Vortag des Franziskusfestes in der Würzburger Franziskanerkirche zum Diakon geweiht wird, hat Stimmungsbilder davon eingefangen, auch das Titelfoto mit

P. Bernhard Lang aus Österreich.

Greifen Sie noch im Rosenkranzmonat die briefliche Einladung von Generaldirektor P. Danilo Salezze auf und übermitteln Sie rechtzeitig Ihre Gebetsanliegen zur Gottesdienstfeier am Allerseelentag. Und lassen Sie sich jetzt schon an das Geschenk erinnern, das Sie zum Fest der Geburt Christi dem Heiligen mit dem Jesuskind auf dem Arm machen wollen.



So grüßt Sie in dankbarer Verbundenheit



Ihr P. Polykarp

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2016