Der Papst und „seine“ Hubschrauber

11. Mai 2026 | von

Papst Leo XIV. hat sich für seinen Pastoralbesuch im Fürstentum Monaco (28. März) eines besonderen Transportmittels bedient: Er flog mit einem Helikopter dorthin.

In einem Essay mutmaßte der Theologe Manfred Stücker einmal: „Wenn Paulus heute lebte, hätte er sicher einen eigenen Hubschrauber.“ Der Namensvetter des großen Missionsapostels, Papst Paul VI. (1897-1978; 1963 zum Bischof von Rom gewählt) hat dies als Nachfolger Petri getan – zwar nicht als Eigentümer eines Helikopters, aber als Dauermieter bei der italienischen Luftwaffe. Paul VI. war der erste Papst, der einen Helikopter benutzte. Und zwar mit großer Selbstverständlichkeit. Er begab sich mit ihm nach Castel Gandolfo und zu Orten innerhalb Italiens oder er flog mit ihm zu einem der römischen Flughäfen, um von dort aus seine Auslandsreisen anzutreten. 
 

Landeplatz im Vatikan
Bereits zu Beginn der Regierungszeit des Papstes wurde ein auf dem höchsten Punkt der Vatikanischen Gärten gelegenes Areal – 78 Meter über dem Meeresspiegel – als Landeplatz für den Helikopter in Gebrauch genommen. 1976 ließ der Papst an dieser Stelle einen professionellen Hubschrauberlandeplatz anlegen. Die Plattform zum Starten und Landen besteht aus einer Betonfläche von 25 x 30 Meter, bezieht man die Randbefestigung mit ein, misst sie sogar 26 x 32 Meter. Hubschrauber können den Platz sowohl am Tag als auch in der Nacht nutzen. Der „Eliporto Vaticano“ verfügt über alle notwendigen technischen Einrichtungen und ist an die Flugüberwachung der beiden römischen Flughäfen Fiumicino und Ciampino angeschlossen. 
Zur Erinnerung an die offizielle Einweihung des Hubschrauberlandeplatzes wurde am „Eliporto“ eine Gedenktafel angebracht: „Um den Reisenotwendigkeiten in der Vatikanstadt besser gerecht zu werden, hat Papst Paul VI. diesen Hubschrauberlandeplatz im Jahre 1976, dem 13. Jahre seines Pontifikates, anlegen lassen und eröffnet.“ 

Auf Kosten der Steuerzahler?
Johannes Paul II. (1978–2005) nahm den Helikopter ebenfalls gerne und oft in Anspruch. Zu Beginn seines Pontifikates flog er am 29. Oktober 1978 zum Marienheiligtum Madre delle Grazie bei Mentorella. Stefano de Andreis und Marcella Leone vermerken in ihrem mehrbändigen Werk „Johannes Paul II. Tagebuch seines Pontifikates“: „Johannes Paul II. möchte nicht allzu oft die Transportmittel des italienischen Staates benutzen. Er will sich nicht zum Vorwurf machen lassen, auf Kosten des Steuerzahlers zu fliegen. Deswegen erwog er bereits die Möglichkeit, ob der Vatikan vielleicht selbst einen Hubschrauber erwerben könnte.“ Seine Berater wiesen den Papst jedoch darauf hin, dass Ankauf und Unterhalt eines eigenen Helikopters enorme Summen verschlingen würden. Letztendlich blieb es aus eben diesen Kostengründen beim „Leihservice“ des italienischen Staates. Auch Papst Benedikt XVI. (2005-2013) nutzte häufig Helikopter und Landeplatz. Bei seinem USA-Besuch 2008 wurde ihm ein Hubschrauber zur Verfügung gestellt, der bezeichnenderweise im Anklang an die „Airforce One“ des US-Präsidenten den Namen „Shepherd One – Hirte Eins“ trug. 
Ein Flug vom „Eliporto“ der Vatikanstadt bleibt wohl besonders im Gedächtnis. In den Nachmittagsstunden des 28. Februar 2005, am Tag seines Rücktritts, verließ Papst Benedikt XVI. den Vatikan, nahm von seiner bisherigen Wirkungsstätte Abschied und flog nach Castel Gandolfo.

Nachbarschaftshilfe
Heute ist der Papst nicht mehr alleiniger Nutzer des Hubschrauberlandeplatzes im Vatikan. Der Vatikanstaat schloss 2015 mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Kinderkrankenhaus „Bambino Gesù“ – es liegt auf dem Gianicolo-Hügel – ein Abkommen. Die Übereinkunft regelt das Starten und Landen von Hubschrauberambulanzen und Helikoptern, die für medizinische Notfälle im Einsatz sind. Vor allem Organ- und Gewebetransplantationen für Kinder waren und sind ins Auge gefasst. Denn so können Transportzeiten entscheidend verkürzt werden und dazu beitragen, Kinderleben zu retten. 
Die Kinderklinik gehört zwar dem Heiligen Stuhl und liegt auf exterritorialem Gebiet, ist aber dem italienischen Gesundheitssystem angegliedert. 

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2026
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