Eine Ambulanz der Hoffnung
Seit mehr als 20 Jahren schenken Ordensschwestern im Süden Indiens kranken und benachteiligten Menschen medizinische Hilfe und neue Hoffnung. Dank der Unterstützung der Caritas Antoniana können sie ihre Ambulanz weiter ausbauen und besonders ältere Menschen sowie arme Familien zuverlässig versorgen.
Die Baptistinerinnen, wie die Sisters of St. John the Baptist gerne auch genannt werden, sind heute in 17 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Zu der 1878 in Italien gegründeten Kongregation gehören etwa 700 Schwestern. Seit 1977 wirken sie auch in Indien. Dorthin, genauer gesagt in den Bundesstaat Tamil Nadu, führt uns Projekt Nr. 8138.
Die Ordensschwestern sind in Mangalam Raduk für eine Gesundheitsstation verantwortlich – und das seit mittlerweile über 20 Jahren. Die Ambulanz gilt in der Bevölkerung als wahrer Segen, denn sie richtet sich vor allem an ältere Menschen, alleinerziehende Mütter und Schulkinder; an Menschen also, die ohnehin häufig auf der Schattenseite des Lebens stehen, weil sie sich die hohen Kosten für Medikamente oder teure Behandlungen nicht leisten können. Ihnen wird hier geholfen: Die Schwestern organisieren Behandlungen zu einem sehr niedrigen Preis und bieten auch eine ganze Reihe von kostenlosen Leistungen an.
Hilfe, die ankommt
In der Ambulanz arbeiten zehn Personen, darunter ein Arzt, drei Pflegekräfte und einige Ordensschwestern. Unabhängig von Kaste, Glaubensbekenntnis und Hautfarbe helfen sie den Menschen: Zwei Krankenschwestern fahren regelmäßig in die Dörfer, um bettlägerige, ältere und von einem Schlaganfall betroffene Menschen zu versorgen – insbesondere diejenigen, die es sich nicht leisten können, die notwendige Grundversorgung in Anspruch zu nehmen. Dreimal pro Woche besuchen sie auf Fahrrädern oder Rollern ein anderes Dorf und bieten dort eine „mobile Sprechstunde“ an. Ein solches Projekt passt genau in das Profil der Caritas Antoniana, deshalb hat sie eine Förderung von 10.800 Euro zugesichert, um lebensrettende Medikamente einzukaufen und die Finanzierung von zwei Stellen über drei Jahre hinweg zu sichern. Ein verhältnismäßig kleiner finanzieller Beitrag, um vielen Menschen wirksam zu helfen!
Für die Alten und gegen das Erblinden
Nach drei Monaten konnte Sr. Jancy Rani vor knapp einem Jahr ihren ersten Bericht nach Padua schicken: „Im letzten Quartal haben etwa 764 Patienten direkt von den bereitgestellten Medikamenten profitiert. Viele von ihnen stammen aus armen Familien, die sonst keinen Zugang zu angemessener medizinischer Versorgung gehabt hätten, insbesondere diejenigen, die sich nicht mehr auf die Hilfe ihrer Kinder verlassen können. Wir konzentrieren uns im Augenblick auf Witwen und ältere Menschen.“
Ein besonderes Projekt ist ein kostenloses „Augen-Camp“. Während der Aktion wurden 85 Menschen aus der ländlichen Bevölkerung augenärztlich untersucht. Sr. Jancy berichtet: „Bei zehn von ihnen wurden Refraktionsfehler diagnostiziert und Brillen ausgehändigt, während acht Patienten zur Kataraktoperation und weiteren Behandlungen überwiesen wurden. Das Camp verlief dank der Unterstützung von medizinischen Fachkräften, Freiwilligen und lokalen Organisatoren erfolgreich. Wir danken der Caritas Antoniana von ganzem Herzen für ihre kontinuierliche Unterstützung bei der Förderung der Augengesundheit und der Prävention vermeidbarer Erblindung in ländlichen Gemeinden.“
Gemeinsam Hilfe leisten
Das Projekt der Schwestern in Mangalam Raduk zeigt beispielhaft, wie wirksam humanitäre Hilfe in der katholischen Kirche geleistet werden kann. Gerade in einer Zeit, in der staatliche Entwicklungshilfegelder gekürzt werden und langjährige Projekte auf der Kippe stehen, gewinnt dieses Engagement zunehmend an Bedeutung. Die Baptistinerinnen stellen mit ihrer Ordensgemeinschaft den institutionellen Rahmen bereit, entsenden Ordensschwestern als Mitarbeiterinnen – und dank der Leserinnen und Leser des Sendboten des hl. Antonius kann auf dieser Grundlage wirksame Hilfe geleistet werden. Sr. Jancy ist überzeugt: „Auf diese Weise bringen wir Würde, Fürsorge und Trost in das Leben vieler vergessener älterer Menschen in abgelegenen Gebieten. Gemeinsam können wir viel bewirken!“