Frisches, sauberes Wasser

27. Mai 2026 | von

Burundi ist ein schwer gebeuteltes Land. Die großen Probleme sind kaum in den Griff zu kriegen. Umso wichtiger, dass den Menschen in ganz konkreten Nöten geholfen wird. Projekt Nr. 8123 berichtet von einem Trinkwasserprojekt, das tausenden Menschen Zugang zu frischem und sauberem Wasser gewährleistet. 

Burundi liegt – mit etwa 14 Millionen Einwohnern – in Ostafrika. Es grenzt an die Länder Ruanda, Tansania und die Demokratische Republik Kongo sowie an den Tanganjikasee, den zweitgrößten See des afrikanischen Kontinents. Es gehört zu den kleinsten Ländern Afrikas, ist aber eines der am dichtesten Besiedelten. Das Bruttoinlandsprodukt von schätzungsweise rund 350 US-Dollar pro Kopf ist das zweitniedrigste der Welt. Entsprechend arm ist die Bevölkerung. Nach politischen Unruhen im Jahr 2015 sind Hunderttausende geflohen. Das Land ist aktuell aber selbst Ziel von Flüchtlingsbewegungen: Seit Dezember 2025 sind zehntausende Menschen, vor allem aus der Demokratischen Republik Kongo, aufgrund eskalierender Gewalt nach Burundi geflüchtet. Die humanitäre Lage ist kritisch – Hilfe tut Not!

Täglicher Kampf ums Wasser
Vor einem Jahr hat sich Abbé Leonidas Nimubona an die Caritas Antoniana gewandt. Er ist zuständig für die Pfarrei Mabanda in der Diözese Bururi. Zur Pfarrei gehören die drei „Hügeldörfer“ Mutobo, Jenda und Kanazi, die nahe der Grenze zu Tansania liegen – nur getrennt vom Fluss Malagarazi. Es leben dort hauptsächlich Menschen, die aus Tansania zurückgekehrt sind, weil sie als Flüchtlinge vor den Kriegen in Burundi geflohen waren. Diese Menschen befinden sich in der Phase der Wiederansiedlung und haben Schwierigkeiten, ihr Leben zu organisieren. Pfarrer Nimubona fasst die aktuelle Lage zusammen: „Obwohl wir eigentlich 250 Kilometer von der wichtigsten Stadt, Bujumbura, entfernt sind, haben auch hier bei uns alle Kriege Burundis ihre Spuren hinterlassen. Die letzte Krise im Jahr 2015 zwang eine große Zahl von Flüchtlingen, auf ihrem Weg nach Tansania hier durchzuziehen. Doch die Welle des Optimismus nach den Wahlen von 2020 und der Ernennung des derzeitigen Präsidenten Évariste Ndayishimiye hat viele Flüchtlinge dazu bewogen, ins Land zurückzukehren, und heute ist meine Pfarrei diejenige in der ganzen Provinz, die die meisten von ihnen aufnimmt – sowohl Rückkehrer aus Tansania als auch aus den Flüchtlingslagern der Demokratischen Republik Kongo –, sodass die Rückkehrer heute 67 Prozent der Bevölkerung ausmachen.“ Um Wasser zu finden, das obendrein meist verschmutzt ist, müssen Frauen und Kinder, denen diese Aufgabe zugeteilt ist, bis zu fünf Kilometer laufen und in endlosen Schlangen anstehen. Dieser Weg, so Pfarrer Nimubona, ist mit weiteren Gefahren verbunden: „Immer mehr Frauen werden auf dem Weg vergewaltigt, während viele Kinder gezwungen sind, die Schule abzubrechen, um helfen zu können, den gegenwärtigen Lebensunterhalt zu bestreiten.“

Sauber, frisch und für alle
Das Projekt, für das Abbé Nimubona 25.000 Euro aus den Mitteln der Caritas Antoniana erhält, ist eigentlich simpel – doch es verbessert die alltägliche Lebenssituation von etwa 4.500 Menschen enorm. Auf einem der Hügel soll sauberes Trinkwasser entnommen werden. Ein Rohrleitungssystem verteilt das Wasser dann auf alle drei Hügel und es kann an sieben Entnahmestellen abgeholt werden. Außerdem ist ein großer Speicher vorgesehen. Nach der Finanzierungszusage aus Padua dauert es keine drei Monate und der engagierte burundische Geistliche kann mitteilen, dass das Wasser jetzt fließt! „Als die Menschen das klare, trinkbare Wasser aus den Hähnen fließen sahen“, erzählt Leonidas Nimubona, „stand die Begeisterung und Dankbarkeit in ihren Gesichtern geschrieben.“ Die positiven Auswirkungen haben sich über die letzten Monate beobachten und bestätigen lassen. Der Projektbericht verweist auf einen Rückgang der Krankheiten, die mit mangelnder Hygiene zusammenhängen. Die Sterblichkeitsrate ist gesunken. Niemand muss mehr lange Wege zurücklegen, um schlechtes Trinkwasser zu holen (und sich dabei selbst in Gefahr zu bringen). Die Menschen vor Ort haben den Segen dieses frischen Wassers verstanden – und sie werden wohl auch dafür sorgen, dass die Anlage gut gepflegt wird: „Dieses Wasser ist für uns und unsere Kinder; es ist unsere Pflicht, es zu schützen und alles zu reparieren, was in den kommenden Jahren repariert werden muss, um die Nachhaltigkeit dieses Projekts zu gewährleisten.“ Ihren Dank geben wir gerne an die Leserinnen und Leser des Sendboten weiter und sagen für alle Unterstützung ein herzliches Vergelt’s Gott! 

Zuletzt aktualisiert: 27. Mai 2026
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