Sterbende würdig begleiten

23. Februar 2026 | von

Es handelt sich nicht um eine große Summe, die für ein Projekt in Ägypten bewilligt wurde – aber dank des ­Hospiz-Projekts können jetzt und in Zukunft viele Sterbende hilfreich unterstützt werden. 

Zu den Stärken der Caritas Antoniana gehört, dass sie mittlerweile auf der ganzen Welt vernetzt ist, Projekte unterstützt und dabei auf ein großes Erfahrungswissen mit den unterschiedlichsten Projektpartnern zählen kann. Zu diesen zählen die eigenen Mitbrüder der Franziskaner-Minoriten, aber auch zahlreiche Schwesternkongregationen und andere Männergemeinschaften. Längst aber werden auch andere humanitäre Institutionen unterstützt – immer mit dem Ziel, die Spendengelder, die nach Padua geschickt werden, möglichst so einzusetzen, dass sie Bedürftigen und Menschen am Rand zugutekommen.

Im Dienst an Sterbenden 
Zu den bewährten Projektpartnern gehört Hospice Egypt, ein Projekt der JOSAAB Foundation. Diese Stiftung ist eine Non-Profit-Organisation, die 2010 beim ägyptischen Ministerium für Soziale Angelegenheiten registriert wurde und sich der Hospiz- und Palliativversorgung schwerkranker Erwachsener widmet. Sie unterstützt Menschen, deren Krankheit nicht mehr heilbar ist, und kümmert sich um deren würdevolle Versorgung bis zum Lebensende, unabhängig von Religion, sozialem Status oder Geschlecht. Der erste Teil des Namens – „JO“ – steht als Abkürzung für „Joy of“, also zu Deutsch „Freude an“. „SAAB“ steht als Abkürzung für den Namen eines Menschen, der zu seinen Lebzeiten Gutes tun und der Gesellschaft etwas zurückgegeben wollte. Sein Tod ließ das dann nicht mehr zu, weshalb seine Familie zu seinem Gedenken die Stiftung gründete, die in Ägypten in den letzten 25 Jahren bereits Hunderte von unheilbar Kranken im Sterben begleitete – und natürlich auch deren Angehörige betreute. 
Nach der ersten Begutachtung der konkreten Situation eines Sterbenden werden kompetente Ärzte entsandt und bei Bedarf medizinische Geräte (Krankenbett, Messgeräte, Rollstuhl, Sauerstoffkonzentrator) bereitgestellt. Das Pflegepersonal leistet auch tägliche Hilfe, und sowohl der Patient als auch die Familie werden an ein Team von Psychologen und Psychiatern vermittelt, um die Krankheit zu bewältigen. Die Geräte werden bis zum Tod des Patienten zur Verfügung gestellt. Anschließend werden sie zurückgegeben, gereinigt und an den nächsten Patienten weitergegeben, der sie benötigt.

Bewilligung und bürokratische Hürden
Im Jahr 2022 hat die Caritas Antoniana das Hilfsprojekt unterstützt und war nach den guten Erfahrungen auch nun wieder bereit, die Hospizarbeit finanziell mitzutragen. Unter der Projektnummer 7990 wurden im September 2024 5.000 Euro bewilligt. Bis zum Abschluss des Projekts hat es dann dennoch fast ein Jahr gedauert. Warum so viel Zeit aufgewandt werden musste, lässt ein Blick in die Projektunterlagen erahnen. Der vor Ort verantwortliche Ansprechpartner, Herr Tarek Marzouk, berichtet im März 2025 von einem ersten Zwischenstand: „Wir haben die vorläufige Genehmigung der Sicherheitsbehörden erhalten und möchten Sie darüber informieren, dass wir nach dem 6. April mit dem endgültigen Genehmigungsverfahren fortfahren werden. Anschließend werden wir mit dem Kauf der Ausrüstung und der Umsetzung des Projekts beginnen.“ Bürokratische Prozesse scheinen also nicht nur in Europa für so manche Verzögerung zu sorgen …

Dank für die Unterstützung
Im August wird dann aber dem Paduaner Büro aus Ägypten mitgeteilt, dass alle geplanten Medikamente und medizinische Hilfsmittel zur Unterstützung des Hospiz-Projekts angeschafft werden konnten. Dazu gehören unter anderem Sauerstoffkonzentratoren, Absauggeräte, Matratzen und ein Sterilisationsgerät. Sie alle sind nun mittlerweile seit ein paar Monaten im Einsatz – und leisten einen wertvollen Beitrag, dass Sterbende nicht nur würdig begleitet werden, sondern auch medizinisch und pflegerisch gut versorgt sind. Hospice Egypt fasst den Dank an alle, die mit ihrer Spende zur Finanzierung beigetragen haben, dann im Abschlussbericht zusammen: „Liebe Wohltäterinnen und Wohltäter, wir möchten Sie darüber informieren, dass alle Geräte erworben wurden und unsere betreuten Patienten, die unheilbar krank sind, von Ihrer Großzügigkeit profitieren konnten. Wir bedanken uns in ihrem Namen und wünschen Ihnen alles Gute.“ 

Zuletzt aktualisiert: 23. Februar 2026
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