Der Schmetterling als Allegorie des Auferstandenen Herrn.
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Liebe Freunde!

Im Rahmen meiner Erstkommunionbeichte habe ich eine klassische „Kindersünde“ gebeichtet: Ich war trotzig. Über das Kindesalter bin ich weit hinaus und hoffentlich auch im Verhalten halbwegs erwachsen geworden, aber mein alter Trotz schimmert immer noch gelegentlich durch.

Dieses Jahr am Aschermittwoch mit meinem Vorsatz, diese Fastenzeit einfach zu ignorieren. Der Lockdown hatte uns Kontaktverbote beschert, sämtliche Freizeitbeschäftigungen waren im Prinzip untersagt, die Grundrechte massiv eingeschränkt: Auf was sollte man denn jetzt noch zusätzlich verzichten? Ein innerliches Programm für die österliche Bußzeit hatte ich mir aufgestellt, aber auf die üblichen äußeren Verzichte habe ich trotzig verzichtet. Andere Brüder, mit denen ich in der Fastenzeit Kontakt hatte, haben es anders gehalten: Einer verzichtete auf Fleisch, ein anderer auf Alkohol, ein Dritter reduzierte drastisch seinen Genuss von Süßigkeiten. Sie werden sich nun auf Ostern freuen – nicht nur wegen der zentralen Glaubensbotschaft von der Auferstehung, sondern weil der eine sich freut auf die Schinkenplatte nach der Osternacht, der andere auf ein edles Glas Silvaner im Anschluss an die Auferstehungsfeier beziehungsweise auf eine exklusive Schachtel Pralinen, die eigens für diesen Moment aufgehoben wurde.

Und ich? Für mich wird dieser Augenblick wohl nichts besonderes sein. Meinem Verzicht auf den Verzicht sei Dank. 

Wenn ich das so betrachte, merke ich, wie ich mich da mit meinem Trotz, mit meinem Fasten-Protest um etwas gebracht habe, was wohl durchaus wertvoll ist. Nun ist Ostern sicherlich mehr, als „endlich wieder dürfen“; die Frohe Botschaft von der Auferstehung, von der neuen Perspektive, vom überwundenen Tod ist gewiss wichtiger als irgendein Genuss, der nun wieder „erlaubt“ ist. Aber der sinnenhafte Genuss vermag die gläubige Botschaft wirkungsvoll zu unterstreichen. 

Mir im Nachhinein nun ein schlechtes Gewissen einzureden, wird kaum etwas bringen, zumal ich meinen Umgang mit der diesjährigen Fastenzeit ja auch nicht mehr ändern kann – aber die nächste kommt bestimmt.

Umso mehr wünsche ich nun mir und Ihnen ein frohes, befreites Osterfest: Viel Leben und Perspektive aus der Gewissheit heraus, dass Jesus für uns auferstanden ist!

Herzlich grüßt Sie Ihr Br. Andreas

Zuletzt aktualisiert: 01. April 2021
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