01. Juni 2026

Liebe Leserinnen und Leser Juni 2026

Ach, Herr und Gott! Siehe, du hast Himmel und Erde erschaffen durch deine große Kraft und deinen hoch erhobenen Arm. Nichts ist dir unmöglich. (Jer 32,17)
KENTA / stock.adobe.com

Liebe Leserinnen und Leser!

In der Basilika in Padua ist das Fotografieren verboten. Ich versuche mich, auch in Smartphone-Zeiten, einigermaßen daran zu halten. Beim Titelfoto habe ich mir eine Ausnahme genehmigt, vielleicht auch ein wenig dadurch gerechtfertigt, dass sich das Gemälde nicht direkt in der Basilika befindet, sondern in einem Vorraum rechts vor dem Eingang in die Sakristei. Die zu Grunde liegende Geschichte dürfte allen in der Antonius-Familie bestens vertraut sein: Antonius predigt den Fischen – und diese lauschen ergeben seiner Predigt. 
So manch ein Prediger dürfte auch heute bisweilen von solch einem aufmerksamen Publikum träumen! Wer predigt, dürfte sich aber vielleicht auch gelegentlich kritisch fragen, ob er sich wirklich nach Kräften darum bemüht, dem jesuanischen Auftrag gerecht zu werden: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ (Mk 16,15) Aller Kreatur die Frohe Botschaft zu erzählen und vorzuleben, das ist aber nicht nur Aufgabe der Hauptamtlichen in der Kirche: Es ist unser aller Auftrag! Dafür muss man nicht Theologie studiert oder die Priesterweihe empfangen haben. Das Evangelium im Alltag zu verkünden und zu leben, das geschieht auch durch ein gutes Wort, eine zärtliche Geste, eine helfende Hand oder eine gute Tat. Alles, was wir sagen, sind und tun kann zum Ausdruck eines Gottes werden, der den Menschen bedingungslos liebt.
Deshalb kommt die Predigt des hl. Antonius nie ohne die Caritas aus, die tätige Nächstenliebe. Die Caritas Antoniana versucht, diesem antonianischen Schwerpunkt bis heute treu zu bleiben. Für den Monat Juni haben die Brüder ein wirklich beeindruckendes Hilfsprojekt ausgesucht. Dahinter steht ein leidenschaftlicher Italiener im vorgerückten Alter. Durch sein Engagement für andere hat er seinem Leben einen neuen Sinn gegeben – und unzähligen Menschen neue gesundheitliche Perspektiven. Wir alle können dieses Projekt mittragen: im Gebet, aber auch mit unserer finanziellen Solidarität. So leisten auch wir unseren ganz konkreten Beitrag, dem Evangelium heute ein Gesicht zu geben.
Einen frohen Antonius-Monat wünscht Ihnen

Ihr Br. Andreas

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2026
Kommentar