Liebe Leserinnen und Leser Februar 2026
Ich bin nun wahrlich kein Fasnachts-Freund, aber für das Februar-Heft sind wir in der Redaktion kaum an einem entsprechenden Titelbild vorbeigekommen. Mitten im Februar liegen Rosenmontag & Co., damit verbunden viele Prunksitzungen und Umzüge, närrisches Treiben, samt Kostümierung und den fröhlichen Faschingsschlagern. In den letzten Jahren war ich zu Karneval immer wieder einmal zu Besuch bei unseren Brüdern in Köln und habe mir das Treiben vom 3. Stock unseres dortigen Klosters angeschaut. Da ich in diesem Jahr über Aschermittwoch einen Exerzitienkurs halte, fällt diese kleine Tradition im Februar 2026 aus. Ich kann’s verschmerzen.
In unserem Glauben sagen wir: Ich muss vor Gott keine Maske tragen. Ich darf sein, wie ich bin. Ich muss mich nicht verstecken. Ich bin von ihm angenommen mit meinen Licht- und Schattenseiten. Doch spätestens seit dem biblischen Sündenfall hat der Mensch wohl immer auch die Tendenz, sich zu verkleiden. Der Grund dafür mögen Angst oder Scham sein – manches Mal kann das Verkleiden aber auch Freude machen: Ich schlüpfe in eine andere Rolle, für ein paar Augenblicke sehe ich anders aus, darf ich mich anders verhalten, werde ich anders angesehen. Ja, gut nachvollziehbar, dass manche die Faschings- und Karnevalstage förmlich herbeisehnen und sie in vollen Zügen genießen. Man kommt kaum daran vorbei.
Danach kommt aber eben genauso zuverlässig der Aschermittwoch. Nicht alle müssen mitmachen, wenn für uns Christen die Fastenzeit beginnt. Aber den Termin im Kalender kann man wohl auch nicht einfach ignorieren. Man stolpert gleichsam darüber und kommt vielleicht ins Nachdenken: Warum fasten Menschen? Was nützt ein zeitlich begrenzter Verzicht? Was ist das Ziel dieser Bußzeit vor dem Osterfest? Was bezweckt die Kirche damit?
Gleich, ob ich mich nun zu Fasching verkleide und mich dem närrischen Treiben hingebe, oder ob ich am Aschermittwoch mein Fastenprogramm beginne: Immer bin ich eingeladen, mich mit den tieferen Schichten meiner menschlichen Existenz zu beschäftigen – hinter aller Oberfläche einen tieferen Sinn zu finden. Vielleicht bietet dazu auch diese Ausgabe des Sendboten die ein oder andere Anregung. Eine gute Lektüre wünscht Ihr Br. Andreas