01. Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser Mai 2026

Auch der Versuch, Großes zu erreichen, ist eine große Tat. Aelred von Rievaulx (1110-1167)
DebraLee Wiseberg / Getty Images

Liebe Leserinnen und Leser!

Eine mit viel Sitzen verbundene Konferenz in Danzig konnte ich vor einigen Wochen zumindest für einen ausgiebigen Stadtrundgang nutzen und dabei alte Erinnerungen an einen 14-tägigen Aufenthalt in der Hafenstadt nutzen, wo ich damals (erfolglos) versuchte, ein wenig Polnisch zu lernen. Besonders hat mich die Marienkirche fasziniert, die gotische „Konkathedrale“ der Stadt, die allerdings von 1525 bis 1955 als evangelische Kirche diente. Beeindruckend ist die reichhaltige Ausstattung des Gotteshauses – trotz der Zerstörung im März 1945, als die Stadt durch die Rote Armee erobert und die Kirche schwer beschädigt wurde.
Unser Titelbild der Mai-Ausgabe zeigt einen Teil der astronomischen Uhr in dieser Kirche. Sie zeigt außer der Uhrzeit auch astronomische Sachverhalte, wie Mondphasen oder die Lage von Sonne und Mond über dem Horizont und Kalenderheilige. Geschaffen wurde sie von Hans Düringer (ca. 1420-1477), der sein Werk 1470 nach sechsjähriger Tätigkeit fertigstellte. Die Uhr galt damals mit ihren 14 Metern als größte Uhr der Welt in einem Kircheninnern. Man erzählt – ohne jegliche sachliche Grundlage – dass ihm danach die Augen ausgestochen worden seien, damit er nirgendwo anders etwas ähnlich Schönes erschaffen könne … Maria steht im Zentrum der Uhr. Sie spielt im Heilsverständnis der Kirche eine zentrale Rolle: Sie hat „Ja“ gesagt zum Plan Gottes und damit Jesus Christus zur Welt gebracht. Im Mai verehren wir sie unter anderem als „Königin des Himmels“. Im Glaubensleben ist Gott das eigentliche Zentrum. Doch Maria kann für uns eine gute Hilfe sein, uns zu Gott hinführen zu lassen. Die zahlreichen Marienandachten im Monat Mai, die es zumindest in meinem Konvent immer noch gibt, wollen ihren Beitrag dazu leisten.
Obendrein wird es im Mai nach wechselhaften April-Tagen wettertechnisch gewiss zuverlässig wärmer. Und wenn einmal die Eisheiligen vorüber sind, kann man die Gartensaison so richtig eröffnen. Diese Aussicht hat mir an manch trüb-regnerischem April-Tag Hoffnung gemacht. Doch egal, ob sie nun den Sendboten in der warmen Stube lesen oder draußen auf dem Gartenstuhl: Ich wünsche Ihnen eine bereichernde Lektüre! Herzlich grüßt Sie Ihr

Br. Andreas

Zuletzt aktualisiert: 01. Mai 2026
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