Liebe Freunde

07. Juni 2005 | von

In der vorigen Ausgabe des Sendboten haben wir – auch im Namen der ganzen Antoninanischen Familie – mit viel Wärme und Gefühl den großen Papst Johannes Paul II. gegrüßt, der nun vom Haus des Himmlischen Vaters auf uns blickt. Inzwischen hat der Herr der Kirche einen neuen universalen Hirten geschenkt: Benedikt XVI. Er ist genau der Führer, den die Kirche in dieser Zeit gebraucht hat, wahrscheinlich besonders in den europäischen und deutschsprachigen Ländern, wo er geboren wurde, studierte und lehrte. Der Auftrag des Petrus und seiner Nachfolger ist, die Brüder in ihrem Glauben zu bestärken, das Volk Gottes zu führen – immer mit dem Blick auf den Großen Hirten, Christus. Wir sind überzeugt, dass der neue Papst mit der Hilfe des Heiligen Geistes der Kirche auf ihrem Weg ein liebevoller und zugleich fester Führer sein wird.

Der monatliche Erscheinungsrhythmus unserer Zeitschrift erlaubt es uns nicht, die Ereignisse aus zeitlicher Nähe zu verfolgen: Die Journalisten und Kommentatoren haben inzwischen auch jeden Aspekt der Person und der Gedanken Papst Ratzingers jeden Aspekt beleuchtet. Dennoch möchte ich an dieser Stelle Gedanken Benedikts XVI. wiedergeben, die er Pilgern aus Deutschland bei einer Begegnung am 25. April mitteilte – und die Mut machen. “Beim Tod des Papstes ist in aller Trauer die lebendige Kirche erschienen. Und es ist sichtbar geworden, dass die Kirche eine Kraft der Einheit, ein Zeichen für die Menschheit ist. Wenn die großen Nachrichten-Stationen 24 Stunden auf 24 Stunden über den Heimgang des Papstes, über die Trauer der Menschen, über das Wirken des großen Heimgegangenen berichteten, antworteten sie auf eine Teilnahme, die jede Erwartung überstieg. Im Papst war ihnen ein Vater sichtbar geworden, der Vertrauen und Zuversicht schenkte. Der alle irgendwie untereinander verband. Es wurde sichtbar, dass die Kirche nicht in sich verschlossen und nur für sich selber da ist, sondern dass sie ein Lichtpunkt für die Menschen ist. Es wurde sichtbar: Die Kirche ist gar nicht alt und unbeweglich. Nein, sie ist jung.”

Ja, die Kirche ist lebendig und jung. Wenn sie in unseren Ländern Anzeichen der Ermüdung und der Krise zeigt, dann deshalb, weil wir mehr mit unseren Organisationen und menschlichen Dingen beschäftigt sind, als dass wir aus der Quelle schöpfen würden, die Gott ist, der ewig Junge.

Glauben heißt sicher nicht, sich aus dem Alltagsleben der Menschen herauszuhalten. Das “Thema des Monats” richtet diesmal seinen Fokus auf Deutschland und macht auf das große Problem der Arbeitslosigkeit aufmerksam. Es ist vor allem für christliche Politiker und Verwaltungsfunktionäre eine große Herausforderung, ebenso aber auch für die Kirchengemeinden und ihre Pfarrer.

Doch wir richten in diesem Monat unseren Blick auch auf die armen Länder und empfehlen Ihnen unsere diesjährigen Projekte der Caritas Antoniana zum Fest des 13. Juni zur Unterstützung: Auf diese Art wollen wir unsere Verehrung des Heiligen in konkreten Gesten der Nächstenliebe zum Ausdruck bringen. In diesem Jahr kommt sie vor allem Kindern zugute, die in der Obhut unserer Mitbrüder der Franziskaner-Konventualen sind.

Ich möchte Ihnen im Namen aller Brüder der Basilika des heiligen Antonius Dank sagen für Ihre Unterstützung, immer in dem Wissen, dass nur der eine Herr angemessen vergelten kann, was auch den “Kleinsten” seiner Kinder Gutes getan wurde.

Pace e bene – und ein frohes Fest des heiligen Antonius wünscht Ihnen

 Ihr

P. Sergio 

 

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2016